Was bedeutet Vollfinanzierung konkret?
Bei einer **Vollfinanzierung** unterscheiden Banken zwei Varianten: 1. **100-%-Finanzierung**: Die Bank finanziert den reinen Kaufpreis der Immobilie. Die Kaufnebenkosten – bestehend aus Grunderwerbsteuer (5 % in Rheinland-Pfalz, 6 % in Hessen), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2 %) sowie ggf. Maklercourtage (3,57 % in Rheinland-Pfalz, 3 % in Hessen, jeweils netto) – zahlen Sie aus Eigenkapital. 2. **110-%-Finanzierung**: Die Bank finanziert zusätzlich zum Kaufpreis auch die Kaufnebenkosten. In diesem Fall bringen Sie keinerlei Eigenkapital in die Finanzierung ein. Beide Varianten werden als **Baufinanzierung ohne Eigenkapital** bezeichnet. Für Banken bedeutet dies ein erhöhtes Ausfallrisiko, da der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value, LTV) über 80 % liegt – häufig bei 100 % oder sogar 110–115 %. Entsprechend verlangen Kreditinstitute einen Zinsaufschlag von **0,3–1,0 Prozentpunkten** gegenüber einer Finanzierung mit 20–30 % Eigenkapital. In Mainz und Wiesbaden, wo Immobilienpreise je nach Lage zwischen 4.000 und 7.000 €/m² liegen (Stand 2025), summiert sich dieser Aufschlag über die Laufzeit auf mehrere zehntausend Euro Mehrkosten. > **Wichtig:** Eine Vollfinanzierung ist kein Standard-Produkt. Jede Bank prüft individuell Bonität, Einkommen, Berufssituation und Objektwert. Nicht jeder Antrag wird bewilligt.