Was ist Prolongation – und warum ist sie für viele teurer als gedacht?
**Prolongation** bezeichnet die Verlängerung eines bestehenden Immobiliendarlehens bei derselben Bank nach Ablauf der Zinsbindungsfrist. Die Hausbank unterbreitet in der Regel 3–6 Monate vor Laufzeitende ein Angebot für neue Konditionen. Der Vorteil: administrativ einfach, keine erneute Bonitätsprüfung, keine Grundschuldumschreibung. Der entscheidende **Nachteil**: Hausbanken kalkulieren Prolongationen oft mit einem **Bestandskundenzuschlag**. Laut Stiftung Warentest (Stand 2024) liegen Prolongationskonditionen im Schnitt 0,25–0,6 Prozentpunkte über Neukunden-Angeboten derselben Bank. Auf 300.000 Euro Restschuld und 15 Jahre Zinsbindung entspricht das einer Mehrbelastung von **ca. 13.000–28.000 Euro**. Weitere **Prolongation Hausbank Nachteile**: - Keine KfW-Integration: Bestehende Darlehen lassen sich nicht nachträglich mit KfW-Programmen wie 261 oder 297 kombinieren. - Starre Tilgungsanpassungen: Sondertilgungsrechte bleiben oft unverändert, selbst wenn Ihr Einkommen gestiegen ist. - Fehlende Vergleichstransparenz: Die Bank muss Ihnen keine Marktalternativen aufzeigen. > **Hinweis**: Die Prolongation ist rechtlich ein eigenständiger Vertrag. Sie haben bis zum letzten Tag vor Zinsbindungsende das Recht, zu einem anderen Anbieter zu wechseln – ohne Vorfälligkeitsentschädigung.